Glossar · KI- & IT-Automation

Pro­zess­auto­ma­ti­sie­rung im Mittelstand

Pro­zes­sau­toma­tisie­rung im Mit­tel­stand ist die schritt­weise Übergabe wie­der­keh­render Abläufe an Software, beginnend bei den Vorgängen mit dem höchsten Wie­der­holungs­grad. Sie unter­scheidet sich vom Kon­zer­nan­satz durch kleinere Budgets, kürzere Wege und die fehlende eigene IT-Abteilung.

Begriff

Wo im Mittelstand angefangen wird

Nicht bei der Vision, sondern bei der Last. In fast jedem Betrieb liegen dieselben drei Kandidaten oben: Posteingang, Telefon, Nachverfolgung offener Vorgänge. Alle drei sind hochfrequent, regelbasiert und gut messbar. Große Themen wie Produktionsplanung oder Stammdatenpflege sind lohnend, aber schlechte Startpunkte, weil sie viele Abteilungen gleichzeitig berühren.

Begriff

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

  • Messen — wie viele Vorgänge pro Woche, wie viel Zeit je Vorgang, wo entstehen Wartezeiten.
  • Beschreiben — den Ablauf einmal sauber aufschreiben, inklusive der Ausnahmen, die wirklich vorkommen.
  • Einen Ablauf verdrahten — den mit dem höchsten Wiederholungsgrad, mit Übergabepunkten für Menschen. Siehe Workflow-Automation.
  • Nachmessen — gegen den Ausgangswert, nicht gegen ein Gefühl.
  • Nächsten Ablauf — erst danach, und mit dem Gelernten aus dem ersten.

Begriff

Beispiel aus dem KMU-Alltag

Ein Zulieferer mahnt offene Rechnungen unregelmäßig an, weil die Buchhaltung mit anderem ausgelastet ist. Der Ablauf ist vollständig regelbasiert: Fälligkeit prüfen, Stufe bestimmen, Schreiben erzeugen, Frist setzen, eskalieren. Automatisiert läuft er täglich statt gelegentlich, mit einer Freigabe vor der letzten Stufe. Der Gewinn liegt nicht in der Technik, sondern in der Regelmäßigkeit.

Begriff

Was Projekte typischerweise bremst

  • Datenqualität — doppelte Stammsätze und uneinheitliche Schreibweisen brechen jede Regel.
  • Altsysteme ohne Schnittstelle — dann braucht es einen Zwischenschritt statt einer direkten Verbindung.
  • Unklare Zuständigkeit — wenn niemand den Ablauf besitzt, entscheidet auch niemand über die Ausnahmen.
  • Fehlende Freigabe — ohne Rückhalt der Leitung bleibt jede Änderung an der ersten Beschwerde hängen.

Begriff

Förderung mitdenken

Beratung und Umsetzung sind in Nordrhein-Westfalen und im Bund förderfähig. Für Vorhaben in NRW kommt MID-Digitalisierung der NRW.BANK in Betracht, bundesweit die BAFA-Beratungsförderung. Beide Wege verlangen, dass der Antrag vor der Beauftragung gestellt wird — die Reihenfolge ist entscheidend.

Beides zusammen verschiebt die Frage von „können wir uns das leisten“ zu „welcher Ablauf zuerst“. Und diese Frage lässt sich mit den gemessenen Zahlen aus Schritt eins beantworten statt mit einer Schätzung.

Begriff

Passendes DripBack-Modul

Fragen

Häufige Fragen

Womit sollte ein Betrieb ohne IT-Abteilung starten?

Mit einem einzelnen, hochfrequenten Ablauf und einem klaren Messwert davor und danach. Ein fertiger Ablauf ist eine bessere Grundlage für die nächste Entscheidung als eine Gesamtstrategie auf Papier.

Wie lange dauert so ein erster Schritt?

Das hängt an Datenqualität und Schnittstellen, nicht an der Ablaufkomplexität. Vorhandene Schnittstellen und saubere Stammdaten verkürzen das Projekt deutlich; beides sollte vor der Planung geprüft werden.

Muss Personal abgebaut werden, damit es sich rechnet?

Nein. In der Regel verschiebt sich Arbeit von Sortieren und Nachfassen zu Fällen, die Urteilsvermögen brauchen. Wo Stellen unbesetzt sind, wirkt das unmittelbar entlastend.

Nächster Schritt

Passt das zu Ihrem Betrieb?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Abläufe an und sagen offen, was sich lohnt und was nicht. Kostenfrei, ohne Verpflichtung.