Glossar · KI- & IT-Automation

On-Premise vs. Cloud-KI

On-Premise heißt, die KI läuft auf Hardware im eigenen Haus oder auf dedi­zierter Hardware des Dienst­leis­ters. Cloud-KI heißt, die Ver­arbei­tung findet bei einem Anbieter statt, dessen Infra­struktur viele Kunden gemeinsam nutzen.

Begriff

Eine Datenfrage, keine Glaubensfrage

Die Entscheidung fällt nicht am Prinzip, sondern an den Daten. Wo Berufsgeheimnisse, Gesundheitsdaten oder Personalakten im Spiel sind, ist die kurze Verarbeitungskette der einfachere Weg — weniger Verträge, weniger Übergabepunkte, weniger Prüfaufwand. Wo es um öffentlich zugängliche Informationen oder anonymisierte Vorgänge geht, ist der Aufwand für eigene Hardware selten gerechtfertigt.

Begriff

Wofür On-Premise spricht

  • Daten verlassen den eigenen Verantwortungsbereich nicht; Drittlandfragen entfallen.
  • Berufsgeheimnisträger behalten die Kontrolle über den Zugriff.
  • Kalkulierbare laufende Kosten statt volumenabhängiger Abrechnung.
  • Unabhängigkeit von Preis- und Funktionsänderungen eines Anbieters.

Begriff

Wofür Cloud spricht

  • Kein eigener Betrieb, keine Beschaffung, kein Ersatzteillager.
  • Kapazität lässt sich kurzfristig hoch- und wieder herunterfahren.
  • Neue Funktionen stehen ohne eigenes Zutun bereit.
  • Für kleine Teams ohne IT-Betrieb der realistischere Einstieg.

Gegen die Cloud sprechen dieselben Punkte, sobald es um sensible Daten geht: längere Verarbeitungskette, mehr Verträge, Abhängigkeit von Preis- und Funktionsentscheidungen eines Dritten.

Begriff

Der Mittelweg, der sich bewährt

In den meisten Projekten trennen wir nach Datenart statt nach Anwendung. Alles mit Personenbezug wird von lokal betriebenen Open-Source-Modellen verarbeitet — auf unseren Servern oder auf Hardware des Kunden. Für Spezialaufgaben ohne Personenbezug kann zusätzliche Verarbeitung sinnvoll sein; dann wird der Bezug vorher entfernt, und die Konstellation steht im Auftragsverarbeitungsvertrag. So bleibt der sensible Teil kurz und prüfbar, ohne dass der ganze Betrieb an eigener Hardware hängt.

Begriff

Beispiel aus dem KMU-Alltag

Eine Kanzlei will Schriftsätze vorstrukturieren lassen. Mandantendaten bleiben auf einem Rechner in der Kanzlei; das System sieht Aktenzeichen statt Namen. Für die Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen wird ein externer Dienst genutzt, dem keine Mandatsdaten übergeben werden. Die Trennlinie verläuft entlang der Daten, nicht entlang der Werkzeuge.

Diese Trennlinie muss aufgeschrieben sein, sonst hält sie nicht. Bewährt hat sich eine kurze Tabelle: welche Datenart, welcher Verarbeitungsweg, welche Begründung. Sie beantwortet im Zweifel die Rückfrage der Aufsichtsbehörde und verhindert im Alltag, dass jemand aus Bequemlichkeit den kurzen Weg über einen externen Dienst nimmt.

Begriff

Passendes DripBack-Modul

Fragen

Häufige Fragen

Ist On-Premise automatisch DSGVO-konform?

Nein. Der kurze Verarbeitungsweg erleichtert vieles, ersetzt aber weder Rechtsgrundlage noch Zweckbindung, Rollenkonzept und Löschkonzept. Konform ist der Betrieb, nicht der Standort der Hardware.

Welche Hardware braucht lokale KI?

Das hängt an Modellgröße und gleichzeitiger Nutzung. Für Textaufgaben in einem kleinen Team reicht ein einzelner Server mit passender Grafikkarte; erst hohe Parallelität oder große Modelle treiben den Bedarf spürbar nach oben.

Lässt sich später wechseln?

Ja, wenn die Anwendung von der Ausführungsumgebung getrennt gebaut ist. Genau deshalb halten wir Anbindung und Verarbeitung getrennt — ein Wechsel betrifft dann die Ausführung, nicht die Abläufe.

Nächster Schritt

Passt das zu Ihrem Betrieb?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Abläufe an und sagen offen, was sich lohnt und was nicht. Kostenfrei, ohne Verpflichtung.